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Antrag an den Rat

Wimberner Interessen Gemeinschaft
gegen die A46

58739 Wickede-Wimbern ,den 16.05.2007

An den Rat der Gemeinde Wickede (Ruhr)
Hauptstraße 81

58739 Wickede (Ruhr)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Gemeinde Wickede,

wir fordern den Rat der Gemeinde auf, in der kommenden Sitzung am 19.06.2007 einen Beschluss gegen die Trasse 15 zu erwirken und diese Ablehnung den zuständigen Ministerien zuzuführen.

Begründung:

Der Rat der Gemeinde Wickede (Ruhr) hat sich im Jahre 2002 einstimmig gegen die Variante 12 der Linienführung zur A46 ausgesprochen und damals die an der Planung Beteiligten aufgefordert, diese Trasse nicht weiter zu verfolgen.

Trotz der massiven Bedenken und der Ablehnung der Gemeinde ist die Trasse 12 jedoch weiter geplant worden, wurde allerdings in Teilbereichen –Echthausen/Überquerung Ruhr – modifiziert und wird nunmehr unter der Bezeichnung „Trasse 15„ geführt.

Die neue Trasse 15 ist im Bereich des Ortsteiles Wimbern identisch mit der damaligen Linienführung der Trasse 12! Diese Trassenführung ist in ihrem Verlauf mit Blick auf den Ortsteil Wimbern aus folgenden Gründen nicht akzeptabel:

1. Die Ortschaft Wimbern wird mittig durch diese Autobahntrasse geteilt. Der Geländeeinschnitt in Verbindung mit Wallschüttungen für den Lärmschutz, die Unterbrechung einer Vielzahl von Wegen und die Anschlussstelle an die B7 bilden eine erhebliche Zäsur im Ortsteil Wimbern.Diese stellt eine Zerstörung des dörflichen Gefüges und eine nachhaltige Beeinträchtigung der Lebens- und Wohnqualität dar!
Diese Planungen stellen eine massive Aggression gegen das dörfliche Zusammenleben unserer Einwohner dar.

2. Durch das zu erwartende, zusätzliche Verkehrsaufkommen auf der B7 im Bereich der Anschlussstelle wird es zu weiteren Lärmbelästigungen kommen, die auch durch bauliche Maßnahmen nicht gedämmt werden können.

3. Durch diese Autobahntrasse werden schützenswerte Einrichtungen wie „Ruhrtalklinik, Marienkrankenhaus, Hl-Geist-Kloster und St. Raphael- Altenheim„ in starker Weise beeinträchtigt , ja in ihrer Existenz gefährdet. Mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ist zu rechnen!

4. Die Natur in den Naherholungsgebieten Oesbern, Werringsen, Barge und Wimbern wird durch diese Linienführung in erheblicher Weise beeinträchtigt.
Im weiteren Verlauf wird der Echthausener Wald in Längsrichtung in einer Länge von 3 km durchschnitten.

5. Nicht zuletzt fürchten die Bauern durch den Wegfall und die Zerschneidung ihrer landwirtschaftlichen Produktionsflächen um ihre Zukunft! Zudem stellt die so geplante Trassenvariante auch für Wickede selbst keinerlei Vorteil dar. Im Gegenteil muss Wickede mit folgenden Gegebenheiten rechnen:

6. Die Emissionen von täglich 30.000 zusätzlichen Fahrzeugeinheiten im unmittelbaren Nahraum werden den Ortskern bei entsprechender Wetterlage unmittelbar erreichen.

7. Die erwartete Entlastung der Ortsdurchfahrt ist eine Illusion. Bereits die UVS zur A 46 in den 90er Jahren prognostizierte nur geringe Entlastungswirkungen in den bereits damals „stark belasteten Ortsdurchfahrten“. Der seinerzeit erwartete geringe Effekt dürfte durch die Einführung der LKW-Maut vollends verloren gehen.
Zusätzlich ist bereits avisiert, die Maut auf LKW ab 7,5 Tonnen zGG auszuweiten. Die Zahl der „mautumgehenden“ LKW wird also weiter zunehmen.

8. Die im Bereich Wimbern geplante Anschlussstelle wird „Wickede“ heißen. Der gesamte Schwerlastverkehr, der aus dem südlichen Ruhrtal und dem Siegerland kommend das Industriegebiet Westerhaar erreichen will, wird Wickede auf der B 63 in voller Ausdehnung durchfahren.

Aus allen v.g. Gründen ersucht die Dorfgemeinschaft Wimbern als Teil der Großgemeinde Wickede dringend darum, die eingangs formulierte Forderung nach einem entsprechenden Ratsbeschluss umzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

WIG

Kommentar:

Dieser Antrag wurde dem Bürgermeister der Gemeinde Wickede (Ruhr), Herrn Hermann Arndt, im Mai diesen Jahres übergeben. Dabei haben wir, die Vertreter der Wimberner InteressenGemeinschaft, unserer Erwartung Ausdruck verliehen, dass in der anstehenden Ratssitzung am 19.06.2007 ein entsprechender Beschluss gefasst wird.

Bereits im Jahre 2002 hatte der Rat der Gemeinde Wickede sich einstimmig gegen den Bau der damals geplanten Trassenvariante 12 durch Wimbern ausgesprochen. Logische Konsequenz kann es daher heute nur sein, sich auch gegen die Trassenvariante 15 im Bereich der Ortsdurchfahrt Wimbern zu richten.

Denn: Die Linienführung der Varianten 12 und 15 sind in Wimbern identisch!!

In der Ratssitzung am 19.06.2007 wurde jedoch nicht über unseren Antrag abgestimmt, sondern er wurde an den zuständigen Fachausschuss mit dem Auftrag verwiesen, sich in den nächsten Monaten darum zu bemühen, aktuelles Zahlenmaterial hinsichtlich der Verkehrsmengen auf den betroffenen Straßen (insbesondere B 7 im Bereich Wimbern, B 63 im Bereich Wickede) zu erlangen.

Gleiches galt natürlich für den ebenfalls in der Ratssitzung zu behandelnden Antrag der BI pro A 46.

Derzeit ist laut Sachstandsbericht des Bürgermeisters Hermann Arndt ein Institut in Aachen damit betraut, die Frage der Be- und Entlastung Wimberns und Wickedes durch die A 46 neu zu bewerten. Ein Ergebnis wird frühestens Ende Oktober/Anfang November erwartet.

Fest steht jedoch:

Die zusätzliche Belastung von täglich etwa 30.000 Einheiten auf der dann fertig gestellten A 46 durch Wimbern lässt sich nicht wegdiskutieren. Die darüber hinausgehenden Beeinträchtigungen für unser Dorf lassen sich heute nur erahnen.

Deshalb kann und wird sich unsere Forderung nicht ändern.

WIG

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